Die Hühnerhaltung im mobilen Stall.

Sophie und Martin haben vor einigen Jahren wieder Hühner auf den Höllpaulihof gebracht. Zuerst im kleinen Stil im alten Hühnerstall zur Selbstversorgung. Das Wissen und die Tipps dazu sind in unserer Anleitung zur Hobbyhühnerhaltung nachzulesen. Im letzten Jahr hat Martin dann ein neues Projekt gestartet und sich einen mobilen Hühnerstall zugelegt. Weil diese viele Vorteile bieten, im Trend liegen und einfach eine coole Sache sind. Warum das so ist, wie man zu sowas kommt und was es dazu sonst noch zu wissen gibt, erzählen wir euch jetzt.

Klein, aber fein – unsere mobile Hühnerhaltung.

Ein Konzept mit viel Geschichte.

Bei Hühnern bietet sich ein mobiler Stall wie bei keiner anderen Tierart an. Hühner sind recht klein und nutzen die wechselnden Standorte zum Ausleben ihrer natürlichen Verhaltensweisen wie Scharren, Picken und Sandbaden perfekt. Bei vielen Hühnerausläufen sieht man die Übernutzung sehr schnell, wenn offener Boden das Gras dauerhaft ablöst – vor allem wenn die Auslaufgröße nicht an den Tierbestand angepasst ist (oder umgekehrt). Bei einem mobilen Stall steht durch das regelmäßige Wechseln des Standorts immer ein frischer Aufwuchs zur Verfügung. Gut für die Wiese und gut für die Tiere.

Die mobilen Hühnerställe schießen sprichwörtlich wie die Schwammerl aus dem Boden – bei Hobbyhühnerhaltern, aber auch im kleinen wirtschaftlichen Bereich. Neu ist diese Idee aber nicht. Die Anfänge der Hühnermobilställe liegen bereits rund 100 Jahre zurück. Damals hatte man die Idee, die Körner der abgeernteten Getreidefelder von den Hühnern zusammenpicken zu lassen.

Nach der Getreideernte dürfen die Hühner die übrig gebliebenen Körner zusammenpicken – zurück zum Ursprung sozusagen.

Alles mobil.

Der Boom an mobilen Hühnerhaltern führte auch zu einem stattlichen Angebot an fertig kaufbaren mobilen Hühnerställen. Diese spielen zwar meist „alle Stückln“, aber man muss eben auch tiefer in die Tasche greifen. Im kleinen Bereich dominieren die Selbstbauvarianten. Als Grundkonstruktion werden meist bestehende Anhänger verwendet, aber auch alte Bauwägen sind beliebt. Ein Problem bei selbstgebauten Ställen aus Holz mit vielen Fugen kann die rote Vogelmilbe werden – das wissen wir aus eigener Erfahrung.

Martin hat seinen Stall gebraucht gekauft und etwas umgebaut. 24 Hennen und ein Hahn finden darin Platz – eine gute Größe zum Starten. Schließlich muss man erst Erfahrung sammeln – inklusive geeigneten Plätzen. Je größer der Stall, desto größer und ebener müssen auch die Standorte sein. Uns ist dabei sehr wichtig, dass den Hühnern Bäume oder Sträucher als Schattenspender zur Verfügung stehen – vor allem an heißen Sommertagen.

Die Hühner genießen den Schatten – am liebsten unter einem Baum, Strauch oder unter dem Stall.

Spätestens nach 3-4 Wochen bekommen unsere Hühner einen neuen Standort. Umgestellt wird in der Früh, wenn die Hühner noch im Stall sind. Neben dem Stall muss vor allem der mobile Zaun (den wir ohne Strom verwenden) versetzt werden.

Das Tolle an unserem mobilen Stall ist, dass alles von außen zu bedienen ist – die Eierentnahme, die Futtergabe und das Entmisten.

Eine Herausforderung bei mobilen Ställen ist die fehlende Wasser,- Futter- und Stromversorgung – diese müssen auch mobil gestaltet werden. Wir lösen das mit einem Futtertrog und einer großen Tränke, wo alle paar Tage nachgefüllt wird. Für die Hühnerklappe nutzen wir einen Solarbetrieb. Die höheren Anforderungen an den Stall führen zu höheren Stallplatzkosten im Vergleich zu einem fixen Stall. Zusammen mit der artgerechten Haltung der Hühner führt das meist zu etwas höheren Eier- und Fleischpreisen. Qualität hat eben seinen Preis. Der meist in der direkten Vermarktung an die Kunden zu erzielen ist. Und das ergibt eine Win-Win-Situation. Der Landwirt kann seine Hühner artgerecht halten und die Kunden freuen sich über ein gutes Lebensmittel. Wobei wir selbst natürlich die besten Kunden sind.

Unsere bunten Bio-Wieseneier verschiedener Größe von unseren Wanderhühnern gibt´s rund um die Uhr im Selbstbedienungskühlschrank und am Donnerstag im Hofladen.

Wir haben jedenfalls eine Freude mit unserem mobilen Hühnerstall. Es macht Spaß, sich immer wieder neue Standorte zu überlegen und den Hühnern zuzusehen, welche Freude sie damit haben. Denn: bevor das Gras weg ist, kommen sie schon wieder auf einen neuen Platz. Weil sie ja mobil sind.

Ein schönes Gefühl.

Autor: hofgeschichten

Hofgeschichten. Die Geschichten vom Höllpaulihof. Erzählt von Sophie und Martin. Wer wir sind? Ein Pärchen aus der Steiermark, das dieselben Interessen und Faszinationen teilt, und doch so einige Unterschiede aufweist. Martin ist groß, Sophie ist klein. Sie kommt eher aus der Stadt, er ist ein Landkind. Er liebt Sport, Brauchtum und Feierlichkeiten, sie die Gemütlichkeit von lauen Samstagabenden im Bett und kreative Bastelstunden zu Hause. Gemeinsam haben wir die Liebe zur Natur und zur Landwirtschaft, über die wir in diesem Blog berichten.

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