Der Bauernhof als Fitnesscenter

Ich mache gerne Sport. So wie viele andere auch. Ich war aber nie bei einem Sportverein dabei. Das Mithelfen zuhause am Hof und die Zeit im Internat haben sich damit nicht gut vereinbaren lassen. Dafür habe ich viele andere Gelegenheiten zum Sporteln genutzt. Fußball habe ich in der Schule, mit der Landjugend oder mit den Nachbarkindern gespielt. Laufen und Radfahren gehe ich alleine oder ich rede mich mit jemandem zusammen. Und ich mache Kraft- und Ausdauerübungen. Aber nicht im Fitnesscenter, sondern bei uns am Hof. Einige davon möchte ich euch zeigen. Aber zuerst…

Warum eigentlich?

Klar, im Fitnesscenter hat man alle Geräte auf einem Platz und teilweise auch noch Betreuung dazu. Das hat Vorteile. Aber man muss extra wohin fahren (sofern man es nicht zuhause hat) und dafür bezahlen. Am Hof geht es manchmal über den Tag verteilt mit der Arbeit mit. Da ein paar Klimmzüge, dort ein paar Ausfallschritte. Die Pausen dazwischen ergeben sich von selbst. Teilweise mache ich es auch als geblocktes Programm. Mit ein bisschen Kreativität kommt man da auf immer neue Übungen – Platz und Material sind ja vorhanden. Jetzt aber wirklich zu den Übungen.

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Liegestütze mit der Gartenbank

Die selbstgemachten Holzbänke im Garten werden gerne von unseren Kunden zum Sitzen genutzt. Gut verwendbar sind sie aber auch für Liegestütze. Mit erhöhten Beinen, das steigert die Schwierigkeit. Das höchste Level ist dann erreicht, wenn die Bänke nach einem Regen nass sind und die Beine das Hin- und Herrutschen ausgleichen müssen.

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Übungen am Querbalken

Der Querbalken im Vorraum  des Melkstands und der Milchkammer erfüllt während den Melkzeiten gute Dienste. Damit sind nämlich einige Übungen möglich. Er kann zum Beispiel zum Aushängen für die Körperstreckung oder als Bauchmuskeltraining durch Anziehen der Beine verwendet werden. Gerne mache ich damit auch Klimmzüge.

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Kniebeugen mit dem Rechen

Kniebeugen sind eine beliebte Trainingsübung, weil sie sehr effektiv sind. Empfohlen werden ein schulterbreiter Stand und leicht angezogene Zehenspitzen. Vor einigen Jahren habe ich mal Crossfit probiert – da wurde die Schwierigkeit der Kniebeugen (auf Englisch „squats“) mit einer Stange erhöht. Bauernhofgerecht wird diese Übung mit einem Rechen. Möglichst gerade und mit gestreckten Armen halten und los geht´s.

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Bauchmuskeltraining mit dem Hoftrac

Der Hoftrac ist am Bauernhof ein Universalgerät für vielfältige Arbeiten – die Schaufel, die Zange und die Gabel sorgen dafür. Und er eignet sich auch hervorragend als Trainingsgerät. Die Zange, sonst zum Ballenführen verwendet, kann sehr gut für das Bauchmuskeltraining durch das Anheben der Beine verwendet werden.  Die Höhe ist flexibel einstellbar und die unruhigen Zangenhälften sorgen für eine effektive Trainingsdurchführung.

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Übungen mit der Ackerschiene

Habt ihr schon mal von einer Ackerschiene gehört? Wahrscheinlich eher nicht. Das ist eine Verbindungsschiene der Unterlenker beim Traktor. Sie ist aus Eisen (dementsprechend schwer) und mit regelmäßigen Löchern versehen. Ich nehme sie gerne für Kraftübungen. Beispielsweise zum Anheben aus den nach unten gestreckten Armen zur Brust oder zum Anheben in die nach oben ausgestreckten Arme.

Möglich sind damit auch Ausfallschritte mit höherem Gewicht. Meist sind jedoch auch Ausfallschritte, die für eine Stärkung der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur sorgen, mit dem eigenen Körpergewicht schwierig genug. Ein Tipp von mir: wenn man sich dabei nach vorne auf einer gewissen Distanz und nicht am Stand bewegt, steigert das die Motivation.

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Wenn die Arbeit auch Sport ist

Das war jetzt eine Übersicht über einige Übungen, die ich am Hof gerne mache. Meistens ist aber auch der Arbeitsalltag anstrengend genug. Wenn ich zum Beispiel an das Mähen mit dem Motormäher am Steilhang denke. Oder es passieren unvorhergesehene Dinge – zum Beispiel dass unsere Kühe aus dem Zaun ausbrechen. Da ist dann eine gute Kondition gefragt.

Ihr seht schon, die körperliche Fitness kommt am Bauernhof nicht zu kurz. Mit und ohne Trainingsübungen.

Autor: hofgeschichten

Hofgeschichten. Die Geschichten vom Höllpaulihof. Erzählt von Sophie und Martin. Wer wir sind? Ein Pärchen aus der Steiermark, das dieselben Interessen und Faszinationen teilt, und doch so einige Unterschiede aufweist. Martin ist groß, Sophie ist klein. Sie kommt eher aus der Stadt, er ist ein Landkind. Er liebt Sport, Brauchtum und Feierlichkeiten, sie die Gemütlichkeit von lauen Samstagabenden im Bett und kreative Bastelstunden zu Hause. Gemeinsam haben wir die Liebe zur Natur und zur Landwirtschaft, über die wir in diesem Blog berichten.

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