Spitzwegerichsirup

Auch wenn die Zeit der grünen Wiesen und Weiden leider schon vorbei ist und der Winter mit seinen eisigen Winden und ruhigen Schneefallnächten mittlerweile ins Land gezogen ist, möchten wir euch diesmal ein ganz besonderes Rezept vorstellen. Ein Rezept, das die sommerliche Frische in die rauen Winternächte bringen soll und nebenbei auch noch eine volksmedizinische Verwendung findet.

Spitzwegerich („Das Lungenkraut“) findet man am Höllpaulihof auf jeder Weide und Wiese. Meist landet es direkt, oder als Heu und Silage verarbeitet im Magen unserer glücklichen Kühe. Im September haben wir aber die Gunst der Stunde genutzt, und kurz vor dem beginnenden Herbst noch Spitzwegerichblätter auf einer Wiese gesammelt.

Auf der Wiese verhält sich Spitzwegerich eher unauffällig. So unauffällig, dass wir ihn für euch leider nicht einmal fotografiert haben. Das werden wir im nächsten Frühjahr nachholen. Versprochen.

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Auch auf Kleewiesen kann sich Spitzwegerich verstecken.

Damit ihr euch zumindest vorstellen könnt, wie der nette Kollege aussieht, werde ich ihn euch kurz beschreiben: Seine dünnen, spitzen Blätter sind rosettenartig angeordnet und meist aufgerichtet, wie ein Grasbüschel. Das macht sie für den ungeschulten Blick auch nicht sofort erkennbar. Typisch sind jedoch die auffälligen, hervorstehenden und parallelen Blattnerven. Auch die Blüte des Spitzwegerich ist unauffällig. Die braunen Knöpfchen sitzen an der Spitze eines etwa 15-30 cm langen Stängels. Ich bin mir aber sicher, dass euch diese Blüte schon einmal aufgefallen ist. Bei Spaziergängen durch Wiesen oder auf Wegen sind es oft diese Blüten, die am höchsten aus der Wiese hervorragen und eure Beine kitzeln.

Volksmedizinisch wird Spitzwegerich bereits seit vielen Jahrhunderten verwendet. So soll er Erkältungen und Husten lindern, Blutungen schneller stillen und auch Verwendung als Haarpflegemittel finden.

Wir wollten aus dem Allzweckkraut einen Hustensirup herstellen. Und nachdem das auch sehr gut geklappt hat – Martin ist gerade dabei eine Erkältung damit zu kurieren – gibt’s hier das Rezept.

Zutaten:

  • Spitzwegerichblätter
  • Ungefähr 0,5kg Honig
  • Saft einer Zitrone
  • Marmeladeglas

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1. Spitzwegerichblätter sammeln – vorzugsweise junge Blätter zwischen Mai und August gepflückt
2. Spitzwegerichblätter grob schneiden
3. Spitzwegerichblätter und Honig abwechselnd in ein großes Marmeladeglas schichten

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4. Glas gut verschließen und 2-3 Monate dunkel und kühl lagern – wir haben unseren Sirup im Erdkeller gelagert
5. Nach 2-3 Monaten Lagerung die Mischung im Wasserbad auf 70°C erwärmen

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6. Zitronensaft hinzufügen und durch ein Sieb in ein zweites, sterilisiertes, Marmeladeglas füllen
7. Marmeladeglas gut verschließen und im Kühlschrank lagern
8. Fertig!

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Wenn die Henne brütet…

Seit April gibt es wieder Hühner auf unserem Hof. Jetzt werdet ihr euch wahrscheinlich fragen, wie das wohl davor war – ein Bauernhof ohne Hühner? Das haben wir uns auch gedacht. Und nach einigen hühnerlosen Jahren wieder Hühner auf den Bauernhof gebracht. Drei an der Zahl waren es zuerst: eine Sussex-Henne, eine Schokolegerin und eine Grünlegerin. Schließlich soll es doch eine Vielfalt sein – bei den Hühnern wie bei den Eiern.

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Nach der Renovierung unseres alten Hühnerstalls und der Einstallung der ersten  Hennen konnten wir uns bald an unseren ersten eigenen Eiern erfreuen. Schon immer wieder ein Wunder der Natur, so ein Ei. Und die Henne sowieso. Die Frage, wer zuerst da war, stellt sich da erst gar nicht.

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Wenn wir schon beim Wunder sind, erzähl ich euch noch eine Geschichte.

Eines Tages im September verließ die grau-gesprenkelte Sussex-Henne ihr Nest nicht mehr. Was das wohl bedeutet? Das fragten wir uns zunächst auch. Nach einigen Tagen war klar – sie brütet auf ihren Eiern. Schnell die alten Erinnerungen und neuen Bücher hervorholen und schauen, was jetzt zu machen ist. Schaffen es die kleinen Küken dann überhaupt über den Winter? Können jetzt überhaupt schon Küken aus den Eiern werden? Oder ist die Henne einfach ihrem natürlichen Instinkt gefolgt?

So einfach ist das mit dem „AusdemEiwirddasKüken“ ja auch wieder nicht. Was bei uns noch fehlt, ist ein geschlechtsreifer Hahn. Wenn ein solcher dabei ist, wären die Eier befruchtet und es könnten sich Küken daraus entwickeln. Da wir unsere Hühnerpopulation gerne aufstocken würden und der Henne ihre Freude auch lassen möchten, haben wir uns für die Lösung dieses Problems etwas einfallen lassen. Von unseren Verwandten haben wir drei befruchtete Sulmtaler-Eier bekommen, und diese dann der Bruthenne untergelegt. Was ihren höchst motivierten Brütunternehmungen keinen Abbruch gab. 21 Tage dauert dieses Spektakel, bis die Bemühungen der Henne einen Erfolg finden und zu neuem Leben führen. Dazwischen verlässt sie höchstens zum Fressen und Trinken ihr Nest, um dann so schnell wie möglich weiterzumachen. Die Eier könnten ja abkühlen, und das wäre fatal!

21 Tage sind dann für den neugierigen Menschen doch eine recht lange Zeit. Da gibt es aber glücklicherweise eine Abhilfe. Mit einer Taschenlampe kann man das Ei ganz nahe anleuchten und man sieht, ob sich darin etwas entwickelt. Aber ACHTUNG! Die Bruthenne passt sehr genau auf ihre Eier auf und kann Eierdiebe mit Fingerpicken bestrafen. Umso schöner ist es dann, das Wieder-hineinlegen des Eies zu beobachten. Die brütende Henne schiebt das entnommene Ei mit ihrem Kopf gezielt unter ihren Körpern zu den anderen Eiern dazu. Und weiter geht´s mit dem Wärmen!

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Übrigens ist das Brüten an sich schon gar keine Selbstverständlichkeit mehr. Der natürliche Weg lässt – ganz im Sinne der Natur – vor allem noch Hühner alter Rassen Eier legen, um diese dann für die eigene Vermehrung auszubrüten. Modernen (Hybrid)-Rassen wurde inzwischen das Brutverhalten weggezüchtet, um das ganze Jahr Eier für den menschlichen Verzehr zu bekommen. Denn sobald die Henne brütet und ihre Wunschzahl an Eiern unter ihrem Körper hat, legt sie keine Eier mehr, bis die Jungküken wieder aufgezogen und alt genug sind, um sich selbst zu versorgen. Und statt der Naturbrut durch die Henne kann man auch Brutapparate verwenden, die die Wärme der Henne und das Drehen der Eier, sowie die richtige Luftfeuchtigkeit nachahmen. Der Effekt ist der Gleiche – nach 21 Tagen sollen die Küken langsam ihre Schale aufbrechen und diese verlassen.

Ein neues Lebewesen ist geboren.

P.S. Wie es in der Natur manchmal so ist, sind die Brutbemühungen der Henne diesmal leider nicht von Erfolg gekrönt geworden. Nach dem Ablauf der 21 Tage hat die Henne die Eier selbst aussortiert. Nächstes Mal wird’s dann bestimmt was – wir freuen uns jedenfalls schon wieder drauf, wenn eine Henne zu brüten beginnt!

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Servus und herzlich Willkommen auf unserem Blog.

Blog. Landwirtschaft. Blog + Landwirtschaft = ?

Tja, gut verständlich, dass wahrscheinlich einige unter euch nun Fragezeichen in den Augen haben. Was hat Social Media mit Landwirtschaft zu tun? Tradition trifft Moderne? Körperliche Arbeit trifft geistige Anstrengung? Alt trifft neu? Land trifft Stadt? Krümelige Erde trifft schnittigen Laptop?

Ganz genau.

Wir finden der Bauernhof und seine Gefährten haben auch das Recht die weite Welt zu erkunden. Und mit sozialen Netzwerken geht das ja in der heutigen Zeit bekanntlich am besten.

Mit diesem – unserem – Blog wollen wir euch in die Welt der Landwirtschaft mitnehmen und euch eintauchen lassen, in die verschiedensten Themen und Dinge, die man auf einem Bauernhof so findet. Ob das das Melken der Kühe, die Hochhaltung der Traditionen und Brauchtümer, die neuesten technologischen Innovationen beim Traktor, das Verarbeiten der frischen Früchte, oder die Vielfalt an Pflanzen am Hof ist – wir wollen euch mitnehmen, zum Leben am Land.

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Martin

„Wir“ sind übrigens Sophie und Martin, ein junges Pärchen aus der Steiermark. Sophie kommt ursprünglich aus Leibnitz, wuchs  nicht auf einem Bauernhof auf, und lebt und arbeitet zur Zeit in Graz. Sie liebt gutes Essen, die Ruhe am Hof von Martin’s Eltern, das Wandern und Ski fahren in den Hohen Tauern, Kochen, Backen und Basteln. Martin wuchs auf einem Biobauernhof in Dobl-Zwaring auf, wo er auch heute noch lebt. Er studiert in Wien und arbeitet zuhause. Martin liebt es Österreich mit dem Rad zu durchqueren, mit der Landjugend Projekte umzusetzen und Feste zu feiern, ökologisches Verbesserungspotential zu finden und umzusetzen und Fußball zu spielen.

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Sophie

Gemeinsam ist uns beiden die Liebe zur Landwirtschaft in all ihren Facetten. Und die wollen wir mit euch teilen.