Die Waldarbeit

In den letzten Wochen haben wir viel im Wald gearbeitet. Bäume gefällt, durchforstet, zusammengeräumt. Wie die Landwirtschaft ist auch die Forstwirtschaft eine eigene Wissenschaft. Im wahrsten Sinne des Wortes nämlich. Uns liegt beides am Herzen. Das mit der Landwirtschaft wisst ihr. Das andere wollen wir euch jetzt zeigen.

Der Bauer als Forstwirt

Unser Bauernhof ist ein typischer gemischter Betrieb. Von allem ein bisschen was. Da gehört auch der Wald dazu. 13 Hektar sind es bei uns. Das reicht für die Wärmeversorgung mit unserer Hackschnitzelheizung. Und immer wieder etwas zum Verkaufen. Dennoch ist es nur ein Bereich von Vielen. Die Arbeit in der Landwirtschaft macht den größten Teil des Arbeitsjahres aus. So wie das bei den meisten landwirtschaftlichen Betrieben der Fall ist. Der Wald ist eher die Nebensache. Und dennoch wird er für einige Wochen im Jahr zur Hauptsache. Und der Landwirt zum Forstwirt.

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Unsere nachhaltige und erneuerbare Wärmequelle aus dem eigenen Wald.

Der Ursprung der Nachhaltigkeit

„Der Wald ist die Sparkasse des Bauern.“ Ein Satz, den man früher oft hörte. Und tatsächlich, der Wald wurde lange als Reserve gesehen, die bei großen Investitionen oder Bauten zur Verfügung stand. Heute ist das anders. Es geht vielmehr um eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes. Mit verschiedenen, standortangepassten Arten und einer sorgsamen Entnahme, um die Funktionen des Waldes zu erhalten. Überhaupt hat der Begriff der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft eine ganz besondere Bedeutung. Er kommt nämlich von ihr. Johann Carl von Carlowitz beschrieb 1713 erstmals, dass im Wald nur so viel entnommen werden dürfe, wie in der gleichen Zeit wieder nachwächst. Heute wurde der Begriff auf beinahe alle Bereiche umgelegt.

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Unterschiedliche Altersstufen und verschiedene Baumarten zeichnen einen nachhaltig bewirtschafteten Wald aus.

Eine Einführung in die Waldwirtschaft

Früher wie heute gleich ist das Generationendenken. Es ist der Grundpfeiler, auf dem der Wald aufbaut. Und damit lässt sich  die Waldwirtschaft auch gut erklären. Das versuche ich jetzt. Stellt euch den Wald als Familie vor. Es gibt die Eltern, die auf ihre kleinen Kinder aufpassen. Die Kinder wachsen langsam heran und kämpfen um Aufmerksamkeit. Die ist bei den Bäumen das Licht. Manchen gelingt das besser, anderen weniger. Irgendwann kommt die Phase, wo die Eltern schwächer werden. Dann ist die Zeit für die Kinder gekommen, um Verantwortung zu übernehmen und die Lücken zu füllen. Und dann beginnt die Geschichte wieder von vorne. Eine Geschichte, die sich mit den Generationen beim Menschen vergleichen lässt. Benötigt ein Baum nämlich ca. 80 Jahre, bis er die Erntereife erreicht hat. Oder anders ausgedrückt. Ein gepflanzter Baum wird erst von der übernächsten Generation geerntet. Das nennt man dann Generationendenken.

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Die Generationenübergabe im Wald: Ein großer Baum ist gefällt, der Nächste wartet bereits.

Von Festmetern, Modeholzarten und der Wertholzversteigerung

Wie in allen Bereichen gibt es auch in der Forstwirtschaft eine eigene Fachsprache. Beispielsweise wären da die Festmeter. So nennt man das Raummaß, mit dem Holz gemessen wird. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter. Diesen erreicht man zum Beispiel mit einem Bloch (österreichischer Begriff für die Stammstücke der gefällten Bäume) mit 56 cm Durchmesser und vier Metern Länge. Wir haben heuer vor allem Fichte und Eiche gefällt. Die Fichte wird auch als „Brotbaum“ bezeichnet, weil sie die wirtschaftlich wichtigste Baumart ist. Und Eiche, weil diese gerade modern ist. Ob Böden oder Möbel, um die Eiche kommt man derzeit einfach nicht herum. Und das schlägt sich auch im Holzpreis nieder. Dieser hängt neben den Trends natürlich auch von der Qualität des Stamms ab. Geradheit, wenige Äste, keine Krankheiten und Beschädigungen – das sind nur einige Merkmale, nach denen das Holz bewertet wird. Drei besonders schöne Stämme haben wir heuer sogar zur Wertholzversteigerung gebracht, wo der Stamm an den Höchstbieter verkauft wird. Schöne Stämme sind das Eine, aber neben dem Stammholz fällt viel weiteres Holz an. Dieses wird zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet.

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Diese schönen Stämme wurden bei der Wertholzversteigerung verkauft.

Vom Aufziehen bis zur Ernte

Jetzt haben wir viel über die Holzernte gesprochen. Bis es soweit ist, bedarf es jedoch viel Arbeit. Vom Wachstumsstart des kleinen Baumes als Naturverjüngung (so wird ein selbst aufgegangener Baum bezeichnet) oder als Setzling bis zum Durchforsten (dem Ausdünnen des Waldbestands) bedarf es einiger Schritte, bis man einen Baum ernten kann. Dann kann man sich freuen. Und denkt dankbar an die Großeltern, die diesem Baum das Wachstum ermöglicht haben.

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Martin bei der Waldarbeit: eine entsprechende Schutzausrüstung gehört dazu.

 

Wie aus alten Apfelkisten ein neues Bücherregal wird.

Wir alle haben Schätze in unseren Kellern vergraben. Wir alle haben Dinge, die eigentlich niemand mehr braucht, die zum Wegwerfen allerdings zu schade sind. Na, fühlt ihr euch auch angesprochen? Eben. 😊

Auch bei uns am Hof gibt es solche Schätze. Und obwohl sie sich manchmal auf den ersten Blick nicht zeigen, sind sie doch da und können – von Argusaugen erspäht – gehoben werden. Und spannenderweise hat sich beim Heben eines dieser Schätze wieder einmal das Spannungsfeld, welches in unserer Beziehung so oft eine Rolle spielt, gezeigt. Das Spannungsfeld zwischen Stadt und Land, Bauernhof und Einfamilienhaus, Tradition und Moderne, das uns als Sophie und Martin sehr oft charakterisiert.

Aber fangen wir ganz am Anfang an: Eines Tages haben wir uns auf den Weg gemacht, die Schuppen und Dachböden des Höllpaulihofs zu erkunden. Denn dort gibt es richtig viel zu entdecken.

Martin hat in den alten Schuppen und Dachböden hauptsächlich die alten Apfelkisten gesehen. Alt. Staubig. Morsch. Kleine Apfelkisten eben. Apfelkisten, die zu jenen Dingen gehören, die früher auf Bauernhöfen größere Rollen gespielt haben, mittlerweile aber – aufgrund der veränderten Zeiten – nur mehr selten einen Auftritt auf der großen Bühne des Bauernhoflebens bekommen.
Man könnte sagen: Pragmatisch. Praktisch.

Sophie hingegen. Sophie sah von Anfang an Schätze. Schätze, die sie seid Kindheitstagen liebt: Alte Möbel, alte Werkzeuge, alte Geschichten, alte Kisten. Lauter Dinge, denen neues Leben eingehaucht werden könnte. Die Augen wurden größer und größer, das Herz begann lauter und lauter zu pochen, der Kopf ging über vor Ideen und, und, und…. Und leider fehlte bisher meistens die Zeit (und manchmal auch die praktische Erfahrung), alle Ideen umzusetzen.
Man könnte sagen: Verrückt. Überschwänglich.

Jedenfalls – und das haben wir schon öfter bemerkt – ergänzen sich unsere Eigenschaften glücklicherweise sehr gut. Und so hat es sich ergeben, dass wir während der Weihnachtsfeiertage Zeit fanden, unsere Kreativität und unser handwerkliches Talent zu verbinden und gemeinsam einen Schatz zu heben: ein neues Bücherregal.

Martin bei der Arbeit
Martin bei der Arbeit

Und weil das jetzt so toll aussieht, uns nichts gekostet hat und der Aufbau auch noch recht einfach funktioniert hat, gibt’s jetzt eine kurze Beschreibung zum Nachmachen:

  1. Schätze heben. Apfelkisten mit Bürsten grob reinigen
  2. Wir haben dafür ein recht grobes Schleifpapier verwendet. Wichtig ist, dass man sich nachher keinen Speil einzieht. Wer möchte kann zunächst noch mit Drahtbürsten die Patina abreiben, das führt dann dazu, dass die Kisten eine Optik bekommen, als hätte man sie geflämmt.
  3. Einräumen. Fertig. Wer möchte kann natürlich die Kisten auch an der Wand anschrauben, grundsätzlich sind sie aber aufgrund der schweren Bücher auch so recht stabil.

 

Mit einem solchen Bücherregal hat man eigentlich eine win – win – win – win – Situation geschaffen. Weil:

  1. Keine Kosten. Man verwendet Material, das bereits vorhanden ist, und Geräte zur Bearbeitung, die man sich ausborgt, oder die ohnehin schon zuhause vorhanden sind.
  2. Man verbraucht keine neuen Ressourcen, sondern verwendet bereits vorhandenes Material, das eine „höhere“ Funktion bekommt. Upcycling in Perfektion.
  3. Multifunktionalität und Flexibilität. Sollte man sich eines Tages am Bücherregal satt gesehen haben, gibt es viele verschiedene Rollen, die eine Holzkiste annehmen kann. Außerdem kann man das Bücherregal auch ganz einfach an einen neuen Platz siedeln.
  4. Last but not least ist es natürlich auch eine Stilfrage. Die Kombination von Alt und Neu, von Perfektion und Zufall und die Integration alter Geschichte(n) in neuen Wohnraum liegt gerade sehr im Trend. Und – ist es nicht gerade auf Familienbetrieben spannend, die vorherigen Generationen auch in unser heutiges Leben einzubauen? Wie viele Leute wohl schon die Apfelkisten in der Hand hatten um die Ernte der Streuobstwiesen in den Keller zu bringen?

 

das fertige Bücherregal
das fertige Bücherregal

Für manch einen mag es nur eine Apfelkiste sein, für jene Kreativen unter uns, die mit Innovationsgeist und als Querdenker an die Dinge herantreten, für diejenigen ist es ein Einkaufskorb, ein Beistelltischchen, ein Pflanzenkübel, ein Mülleimer oder eben… ein Bücherregal.

Am Anfang ist jedenfalls…

Die Idee.

Die Herbstarbeit am Feld

Es ist wieder Herbst geworden. Sagt uns der Kalender. An den äußeren Bedingungen würden wir das nicht so leicht merken. Gerade noch hatte es an die 30 Grad und kurz darauf Minustemperaturen in der Früh. Die sogenannten Übergangszeiten werden kürzer, das merken wir alle. Pflanzen, die noch einmal zu blühen beginnen, Tiere, die viel zu spät ihr Winterquartier aufsuchen – alles Beispiele, die uns zeigen, dass etwas nicht ganz normal ist. Was dennoch normal ist, sind die Arbeiten, die am Bauernhof im Herbst zu tun sind. Getreide ansäen, Dünger ausbringen, Maschinen einwintern und so weiter. Näheres dazu jetzt.

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Buchweizen, Phacelia und der gelb blühende Senf bildeten heuer die Zwischenfruchtmischung.

Nach der Ernte ist vor dem Anbau

Ende Juli haben wir heuer unser Getreide geerntet (siehe Die Getreideernte). Dieses wurde dann getrocknet, gereinigt (Unkrautsamen und schadhafte Körner werden entfernt), in Säcke abgefüllt und eingelagert. Bis wir es zum Mahlen wieder hernehmen. Und es im Brot und Gebäck vollendet wird. Aber bleiben wir am Acker. Am Stoppelfeld (so nennt man den gedroschenen Getreideacker) wird das Stroh getrocknet und in Ballen gepresst. Das Stroh wird als Einstreu für die Kühe verwendet. Weiter geht´s mit dem Mulchen der restlichen Getreidestoppel. Dabei wird das restliche Stroh am Acker zerkleinert, um es leichter einarbeiten zu können. Das geschieht dann mit dem Grubber, einem Alternativgerät zum Pflug. Der Grubber wühlt die Strohreste, den aufgebrachten Mist und die Erde durch. Darauf haben wir eine Zwischenfruchtmischung angesät, damit der Boden bis zum Getreideanbau im Herbst bedeckt ist.

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Der Grubber in Aktion.

Anfang Oktober ging es dann weiter. Zuerst die Zwischenfrucht mulchen, dann pflügen,  die Saatbeetbereitung mit der Egge und dann endlich die Saat der Getreidekörner. Ihr seht, ziemlich viele Schritte, die dazwischen liegen. Und zweieinhalb Monate.

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Das frisch gesäte Getreidefeld.

Auf schnellstem Wege raus

Da liegt es jetzt also im Boden, das Getreidekorn. Umzingelt von Erdteilen, Pflanzenresten und Bodentieren. Zufrieden ist es damit nicht. Denn: es will an das Licht und zu einer neuen Pflanze werden. Sobald Wasser da ist, quillt das Korn auf und der Spross kämpft sich zum Licht. Versorgt mit allen Nährstoffen aus dem Korn, das ihn derzeit noch nährt. Bald wird die Pflanze eigene Wege gehen. Und erste Wurzeln schlagen. Vor dem Winter hat die Getreidepflanze nur noch ein Ziel. Nämlich in die Bestockung zu kommen. Nach einigen Zentimetern Größe an der Oberfläche wird das Längenwachstum gestoppt und aus einer Pflanze werden mehrere. Das nennt man Risikoverteilung in der Pflanzenwelt. Oder eben Bestockung. Wenn eine ausfällt, sind noch andere da. Für den Menschen zeigt sich die Bestockung, indem sich der Bestand verdichtet. Die Reihensaat ist dann nicht mehr erkennbar. Weiter geht es vor dem Winter nicht mehr. Zu groß wäre die Gefahr, im Winter abzufrieren. Auf dieses Risiko lässt sich das Getreide erst gar nicht erst ein.

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Ein Bild mit Aussagekraft: einerseits erkennt man die Ähnlichkeit von Getreide (links) und Wiesengras (rechts), die beide Süßgräser sind. Andererseits sieht man die Reihensaat beim Getreide durch die Bestockung nicht mehr.

Die Düngung

Der Herbst ist auch die Zeit der Düngung. Natürlich wird auch sonst das ganze Jahr gedüngt, aber vor dem Winter müssen die Lager leergeräumt werden. Warum ist das so? Weil gesetzlich eine Lagermöglichkeit für den tierischen Dünger von 6 Monaten vorgeschrieben ist. Und das hat natürlich seinen Grund. Im Winter, wenn auf den Feldern nichts wächst, ist keine Düngung möglich. Und das erfordert dann eben eine halbjährliche Lagermöglichkeit. Konkret darf man im Herbst auf Ackerflächen bis 15. Oktober und auf Wiesen bis 30. November düngen. Danach würde der Boden nichts mehr aufnehmen und die Nährstoffe würden ausgewaschen werden. Im Frühjahr ist es wieder ab 15. Februar erlaubt.

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Der Mistplatz muss vor dem Winter leergeräumt werden. 

Gülle, Mist und Jauche

Gehört habt ihr sicher von allen Begriffen schon. Aber was ist da jetzt der Unterschied? Gülle ist eine Vermengung von Harn und Kot und wird in einer gemeinsamen Grubbe gesammelt. Ausgeführt wird sie mit dem Güllefass. Das trifft auch auf die Jauche zu. So nennt man den getrennt gesammelten Harn. Dieser fällt zum Beispiel bei einer mit Stroh eingestreuten Liegefläche der Kühe an. Von hier kommt auch der Mist. So nennt man das feste Gemenge von Kot und Stroh. Der Mist wird auf einer Lagerfläche gelagert und mit dem Miststreuer ausgeführt. Soviel zu den Begrifflichkeiten.  Pro Kuh und Tag fallen ca. 40 kg Kot und Harn an. Auf unsere 15 Kühe hochgerechnet ergibt das rund 200 Tonnen pro Jahr. Wahnsinn, oder? Jetzt könnt ihr euch ungefähr vorstellen, welche Menge wir da als wertvollen Dünger wieder auf unsere Felder ausbringen dürfen und müssen.

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Die mit Gülle gedüngte Fläche ist klar erkennbar.

Ab in die Winterpause…

….heißt es nicht für uns, aber einen Großteil unserer Maschinen. Nachdem sie die ganze Saison im Einsatz waren, haben sie sich eine Pause verdient. Davor werden sie aber noch gewaschen, geputzt, abgeschmiert und unters Dach gebracht. Und mit den Maschinen geht vieles Weitere am Hof langsam in die Winterruhe. Die Felder, die Pflanzen und ein bisschen auch die Menschen.

Ein Hoch auf die Milch

Sie ist ein wahrer Wundertrunk. Vielen kleinen Lebewesen steht sie als wertvolle Nahrung in den ersten Stunden, Wochen und Monaten des Lebens zur Verfügung. Reich an Inhaltsstoffen, perfekt optimiert an die Bedürfnisse. Für Mensch und Tier. Und dennoch ist die Milch heute viel mehr geworden als eine Nahrung für den ersten Lebensabschnitt. Kaffeeverfeinerer, Wirtschaftsbringer, Industrierohstoff, Diskussionsgrundlage und was weiß ich noch alles. Alles Gründe für mich, die Milch mal genauer zu beleuchten.

Eine Begriffsklärung.

Wenn man landläufig über Milch redet, ist meist die Kuhmilch gemeint. Klar, davon gibt es am Meisten. Aber auch die Milch von Schafen, Ziegen, Pferden und anderen Tieren kann man trinken. Und als Säugling natürlich die Milch der Mutter. Was die Milch unterscheidet, sind die Inhaltsstoffe. Der Großteil ist mit ca. 85 % immer Wasser, aber vor allem beim Fett, Eiweiß und dem Milchzucker (Laktose) gibt es Unterschiede. Während Kuhmilch im Schnitt 4 % Fett und 3,5 % Eiweiß hat, ist die Schafmilch mit 5,5 % Fett und 4,5 % Eiweiß reicher an Inhaltsstoffen. Die Muttermilch beim Menschen enthält dagegen nur ca. 1,5 % Eiweiß und 4 % Fett. Dafür hat sie mit 7 % den höchsten Anteil an Milchzucker. Ein wesentlicher Unterschied liegt bei den Milchmengen. Während Kühe im Schnitt 15 bis 25 l Milch pro Tag geben, ist die Menge bei Schafen (2-4 l) und Ziegen (3-4 l) wesentlich geringer. Diese Mengen hängen wesentlich von der Fütterung ab. Näheres dazu jetzt.

Kleewiese (1)
Saftige Wiesen mit Gräsern, Klee und Kräutern sind ein Paradies für Wiederkäuer.

Was die Evolution mit der Landschaftspflege zu tun hat.

Beginnen wir bei der Evolution. Warum haben sich die Wiederkäuer (Kuh, Schaf, Ziege) im Laufe der Entwicklung der Erde durchgesetzt? Ein wichtiger Grund waren ihre vier Mägen, mit denen sie die Inhaltsstoffe im Gras in körpereigene Energie umwandeln konnten. Damit konnten sie Wiesenfutter nutzen, was viele andere Tiere nicht konnten. Heute noch ist das gleich. Die Wiederkäuer sorgen dafür, dass das Gras unserer Wiesen abgefressen wird. Machen sie das nicht mehr, wachsen innerhalb weniger Jahre Büsche und Bäume und die Wiese verwaldet. Mit dem gefressenen Gras kann eine Kuh pro Tag rund 20 l Milch geben. Weil das heute teilweise zu wenig geworden ist, gibt man der Kuh oft auch energiereicheres Futter wie Getreide und Mais. Damit steigt die Leistung der Kuh, aber sie wird automatisch auch zu einem Futterkonkurrenten zum Huhn oder Schwein. Und auch zum Menschen.

Das mag ein Grund sein, warum die Milch heute in Verruf geraten ist. Ein anderer könnte die starke Verarbeitung sein. Die natürlichste Milch ist die Rohmilch. Die wird einfach gemolken und runtergekühlt. Fertig. Seit die Haltbarkeit eine größere Rolle spielt, wird sie erhitzt, um die Bakterien abzutöten. Pasteurisieren nennt man die erste Stufe. Daneben gibt es heutzutage viele weitere. Bis zur ultrahoch-erhitzten ESL-Milch. Dabei kann man sich schon die Frage stellen, ob man noch von Milch sprechen kann, wenn sie nicht einmal mehr gekühlt werden muss. Neben dem Erhitzen werden die Inhaltsstoffe entzogen und wieder zugesetzt, bis man die gewünschte Milch erhält. Fett raus, Fett rein, Wasser raus, Wasser rein, Laktose raus – klingt wie ein Baukastensystem, bei dem man rausnimmt und rein gibt, wie man es gerade braucht. Dabei vergisst man, dass die Milch eigentlich von Grund auf schon perfekt ist.

Weidende Kühe unter Apfelbaum
Apfelbäume auf der Weide geben Schatten und die Äpfel als „Snack“ für die Kühe.

Die intensive Fütterung und die starke Verarbeitung sind für mich zwei Gründe, warum es bei der Milch in den letzten Jahren zu einem Glaubenskrieg kommt. Und warum immer mehr Leute Milch nicht vertragen. Wenn man die Wiederkäuer das machen lässt, was sie am besten können, nämlich Gras zu Milch und Fleisch zu verwerten und die Milch das sein lässt, was sie ohnehin ist, nämlich ein Wundertrunk, würde das vielen Problemen erst gar keine Grundlage geben.

Nicht nur auf den Inhalt kommt es drauf an.

Diese Gedanken versuchen wir auch auf unserem Hof zu leben. Unsere 15 Kühe produzieren aus dem Gras unserer Wiesen beste Bio-Milch, die wir dann als Rohmilch ab Hof verkaufen. In der Mehrweg-Glasflasche mit Pfandsystem. Aus Überzeugung. Wo wir schon beim nächsten Thema wären. Nämlich dem der Verpackung. Die seit kurzem wieder eingeführten Glasmilchflaschen haben zwar Vorteile im Sinne der Plastikvermeidung, aber aus Umweltsicht zu Ende gedacht, würde nur ein Mehrwegsystem Sinn ergeben.

Milchflasche im Silo
Die Bio-Rohmilch in der Mehrweg-Glasflasche gibt´s bei uns ab Hof am Donnerstag von 15-19 Uhr im Hofladen und rund um die Uhr im Selbstentnahmekühlschrank.

Ihr seht schon, das Thema liegt uns am Herzen. Wahrscheinlich, weil wir tagtäglich damit zu tun haben. Genau deswegen beantworten wir auch gerne die Fragen unserer KundInnen. Und bieten „Melken mit Martin“ an. Weil wir dann auch auf Fragen wie, warum das Kalb nicht direkt bei der Mutter trinken darf oder die Kühe bei uns keine Hörner haben, ausführlich Antworten geben können. Spannende Themen gibt es also genug. Für weitere Hofgeschichten oder auch mal einen Besuch bei uns.

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Melken mit Martin – eine tolle Möglichkeit, beim Kühe melken dabei zu sein.

 

Der Bauernhof als Fitnesscenter

Ich mache gerne Sport. So wie viele andere auch. Ich war aber nie bei einem Sportverein dabei. Das Mithelfen zuhause am Hof und die Zeit im Internat haben sich damit nicht gut vereinbaren lassen. Dafür habe ich viele andere Gelegenheiten zum Sporteln genutzt. Fußball habe ich in der Schule, mit der Landjugend oder mit den Nachbarkindern gespielt. Laufen und Radfahren gehe ich alleine oder ich rede mich mit jemandem zusammen. Und ich mache Kraft- und Ausdauerübungen. Aber nicht im Fitnesscenter, sondern bei uns am Hof. Einige davon möchte ich euch zeigen. Aber zuerst…

Warum eigentlich?

Klar, im Fitnesscenter hat man alle Geräte auf einem Platz und teilweise auch noch Betreuung dazu. Das hat Vorteile. Aber man muss extra wohin fahren (sofern man es nicht zuhause hat) und dafür bezahlen. Am Hof geht es manchmal über den Tag verteilt mit der Arbeit mit. Da ein paar Klimmzüge, dort ein paar Ausfallschritte. Die Pausen dazwischen ergeben sich von selbst. Teilweise mache ich es auch als geblocktes Programm. Mit ein bisschen Kreativität kommt man da auf immer neue Übungen – Platz und Material sind ja vorhanden. Jetzt aber wirklich zu den Übungen.

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Liegestütze mit der Gartenbank

Die selbstgemachten Holzbänke im Garten werden gerne von unseren Kunden zum Sitzen genutzt. Gut verwendbar sind sie aber auch für Liegestütze. Mit erhöhten Beinen, das steigert die Schwierigkeit. Das höchste Level ist dann erreicht, wenn die Bänke nach einem Regen nass sind und die Beine das Hin- und Herrutschen ausgleichen müssen.

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Übungen am Querbalken

Der Querbalken im Vorraum  des Melkstands und der Milchkammer erfüllt während den Melkzeiten gute Dienste. Damit sind nämlich einige Übungen möglich. Er kann zum Beispiel zum Aushängen für die Körperstreckung oder als Bauchmuskeltraining durch Anziehen der Beine verwendet werden. Gerne mache ich damit auch Klimmzüge.

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Kniebeugen mit dem Rechen

Kniebeugen sind eine beliebte Trainingsübung, weil sie sehr effektiv sind. Empfohlen werden ein schulterbreiter Stand und leicht angezogene Zehenspitzen. Vor einigen Jahren habe ich mal Crossfit probiert – da wurde die Schwierigkeit der Kniebeugen (auf Englisch „squats“) mit einer Stange erhöht. Bauernhofgerecht wird diese Übung mit einem Rechen. Möglichst gerade und mit gestreckten Armen halten und los geht´s.

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Bauchmuskeltraining mit dem Hoftrac

Der Hoftrac ist am Bauernhof ein Universalgerät für vielfältige Arbeiten – die Schaufel, die Zange und die Gabel sorgen dafür. Und er eignet sich auch hervorragend als Trainingsgerät. Die Zange, sonst zum Ballenführen verwendet, kann sehr gut für das Bauchmuskeltraining durch das Anheben der Beine verwendet werden.  Die Höhe ist flexibel einstellbar und die unruhigen Zangenhälften sorgen für eine effektive Trainingsdurchführung.

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Übungen mit der Ackerschiene

Habt ihr schon mal von einer Ackerschiene gehört? Wahrscheinlich eher nicht. Das ist eine Verbindungsschiene der Unterlenker beim Traktor. Sie ist aus Eisen (dementsprechend schwer) und mit regelmäßigen Löchern versehen. Ich nehme sie gerne für Kraftübungen. Beispielsweise zum Anheben aus den nach unten gestreckten Armen zur Brust oder zum Anheben in die nach oben ausgestreckten Arme.

Möglich sind damit auch Ausfallschritte mit höherem Gewicht. Meist sind jedoch auch Ausfallschritte, die für eine Stärkung der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur sorgen, mit dem eigenen Körpergewicht schwierig genug. Ein Tipp von mir: wenn man sich dabei nach vorne auf einer gewissen Distanz und nicht am Stand bewegt, steigert das die Motivation.

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Wenn die Arbeit auch Sport ist

Das war jetzt eine Übersicht über einige Übungen, die ich am Hof gerne mache. Meistens ist aber auch der Arbeitsalltag anstrengend genug. Wenn ich zum Beispiel an das Mähen mit dem Motormäher am Steilhang denke. Oder es passieren unvorhergesehene Dinge – zum Beispiel dass unsere Kühe aus dem Zaun ausbrechen. Da ist dann eine gute Kondition gefragt.

Ihr seht schon, die körperliche Fitness kommt am Bauernhof nicht zu kurz. Mit und ohne Trainingsübungen.

Die Getreideernte

Es ist mitunter die wichtigste Zeit im Jahr. Nach der Saat des Getreides im Oktober steht im Juli bis August die Getreideernte an. Dazwischen liegen 9-10 Monate, in denen das Korn zu einer großen, stabilen Pflanze mit einem Fruchtstand (meist der Ähre) reift. Viel steht während dieser Zeit auf dem Spiel. Auf unserem Hof das Mehl als Grundlage für das Brot das ganze Jahr über.

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Sophie im Dinkelfeld.

Das Getreide

Wäre euch schon mal in den Sinn gekommen, dass das Gras in eurem Garten zur gleichen Pflanzenfamilie wie das Getreide im Acker gehört? Das mag anfangs komisch klingen, ist aber tatsächlich so. Beides gehört zur Familie der Süßgräser. Etwas leichter zu verstehen ist das, wenn man auf eine Wiese blickt, die erst im Juli gemäht wird. Die Gräser haben bereits ihren Fruchtstand ausgebildet und haben ihre Farbe von grün auf braun bis gelb gewechselt. Nichts anderes passiert beim Getreide, das im Jugendstadium wie eine grüne Wiese aussieht. Natürlich haben die heutigen Sorten durch Züchtung mehr und größere Körner im Vergleich zu früher und ihren Verwandten, den Wiesengräsern.

Roggen im Dezember
Der Roggen im Dezember.

Wenn das Getreide reif wird…

Der Zeitpunkt der Getreideernte ist ein Antasten an den optimalen Zeitpunkt anhand mehrerer Parameter. Zuerst wäre da einmal die Farbe. Braun bis goldgelb muss es sein. Die gesamte Energie des Chlorophylls, das der Pflanze die grüne Farbe verleiht, wird während der Reife in die Körner gesteckt. Dann die Körner, die sich von der Milchreife (sehr weich) über die Teigreife bis zur Vollreife (bissfest) entwickeln. Damit hängt auch der Wassergehalt der Körner zusammen. Maximal 14 % Wasser darf das Korn in sich haben, um lagerfähig zu sein. Kommt euch das bekannt vor? Richtig. In der Hofgeschichte über das Futter für die Tiere habt ihr vom Heu gelesen, bei dem das gleich ist. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass das Getreide mit mehr Feuchtigkeit gedroschen wird. Dann schafft eine Trocknungsanlage Abhilfe, bei der das gleichmäßig aufgeschüttete Getreide von unten mit warmer Luft durchströmt wird und so fertig trocknet.

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Der Mähdrescher bei der Arbeit.

Und jetzt ist der Mähdrescher dran

Solange das Getreide am Feld steht, kann immer etwas passieren. Hagel, Sturmregen und Dürre können zu Ertragsverlusten bis zu Totalausfällen führen. Umso schöner ist es, wenn der Zeitpunkt der Ernte und damit auch der Mähdrescher kommt. Scheinbar mit Leichtigkeit schneidet er die Getreidehalme ab und trennt die Körner vom Stroh. Dieses fällt hinten heraus und dient als Einstreu für Tiere oder bleibt als Dünger am Feld. Ein besonders schönes Gefühl ist, wenn die Körner am Anhänger und unter Dach sind. Die Ernte ist dann buchstäblich im Trockenen.

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Goldgelb, so soll das Stroh sein.

…und dann?

Wir haben heuer Dinkel und Roggen angebaut. Beide Getreidearten eignen sich hervorragend zum Brot backen. Der Roggen, eine sehr widerstandsfähige Sorte, wird nach dem Dreschen gereinigt. Dabei werden unerwünschte Körner (vor allem Unkräuter) aussortiert. Nach dem Reinigen folgt die Abfüllung in Säcken, die dann kühl und dunkel gelagert werden. Beim Dinkel ist die Geschichte komplizierter. Nach dem Dreschen sieht man vom Korn erstmal noch nichts. Dieses ist versteckt unter Spelzen, die die Körner schützen. Mithilfe einer Entspelzungsanlage wird die Ummantelung des Korns entfernt.

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Der Dinkel vor dem Entspelzen.

Die Spelzen sind aber kein Abfallprodukt, sondern können als Einstreu in Hühnernester oder als Kissenfüllung verwendet werden. Danach folgt das gleiche Prozedere wie beim Roggen. Und am Ende geht es allen Körnern gleich: entweder landen sie im Brot oder werden im Herbst zu einer neuen Getreidepflanze.

 

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Blick von der Kuhweide auf zwei gedroschene Getreideäcker.

Vom Kühe melken und Melken mit Martin

Es ist 5 Uhr früh. Der Wecker klingelt. Ein kurzer Gedanke. Kann ich weiterschlafen? Selbstständig bin ich ja, aber die Kühe warten trotzdem. Also raus aus dem Bett und rein in den Stall. Im Winter, wenn alles finster ist, fällt das schwerer, im Sommer geht das leichter. Licht aufdrehen, Radio einschalten und ein lautes „Guten Morgen, Muhlis“. Ganz begeistert sind auch die Kühe nicht. Ob sie schlafen, ist schwer zu sagen, nachdem sie ihre Augen beim Schlafen nicht immer schließen. Sagen wir, sie ruhen. Und wiederkauen ihr Futter, das in Paketen aus dem Pansen kommt. Einige stehen gleich motiviert auf und gehen in den Melkstand. Je nach Rangfolge und Rhythmus. Drei Kühe brauchen wir pro Melkvorgang. Dann wieder drei und wieder drei, bis alle gemolken sind. Maximal 15 Kühe haben wir. Die anderen können bis dahin noch liegen bleiben. Aber dran kommt Jede. In der Früh wie am Abend. Tagein, tagaus. Auch am Sonntag und nach Silvester (wenn es besonders schwer fällt).

Entspannte Katze beim Melken
Die Katzen fühlen sich während dem Melken besonders wohl!

Warum werden Kühe überhaupt gemolken?

In der Mutterkuhhaltung ist die Milch ausschließlich für die Kälber, die sie selbst von ihren Müttern trinken. In der Milchviehhaltung muss die Milch gemolken werden, um dem Menschen zur Verfügung zu stehen. Das erste Mal gibt eine Kuh nach der Geburt des ersten Kalbs Milch. Danach gibt die Kuh eine Saison lang (Laktation genannt) Milch, bevor sie eine ca. zweimonatige Ruhezeit bekommt. Dieses sogenannte „Trockenstellen“ gibt der Kuh die Möglichkeit, sich gut auf das nächste Abkalben vorzubereiten. Im Schnitt dauert eine Laktation 305 Tage.

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Unser Melkstand.

Das Melken

Unsere Kühe werden in einem Fischgrätenmelkstand mit drei Plätzen gemolken. Den Namen hat dieser Melkstand von seiner Form, die Fischgräten ähnlich sind. Die Kühe sind dabei schräg angeordnet. Für den Melker bietet der Melkstand den Vorteil, sich in aufrechtem Stand zur Kuh dazustellen zu können. Wenn drei Kühe im Melkstand sind, werden von jeder der vier Zitzen einige Milliliter vorgemolken, um die Milch zu überprüfen. Zuerst befindet sich die Milch im oberen Teil des Euters. Durch das Vormelken und die vertraute Atmosphäre im Melkstand rinnt die Milch in den unteren Teil des Euters und kann gemolken werden. Vor dem Anstecken der vier Melkzeuge wird das Euter noch sauber gereinigt und dann kann es losgehen. Dann braucht es ca. 10 Minuten, bis die ca. 10-15 Liter gemolken sind. Danach ist die Vorfreude auf das frische Futter am Fressplatz groß und die Kühe machen Platz für die nächsten drei Kolleginnen. Der Weg der Milch führt dann über die Rohrleitung in den Milchtank und wird dort von den ca. 37°C im Euter auf 4,5°C heruntergekühlt. Alle zwei Tage kommt der Milchwagen und holt die Milch ab. Oder die Rohmilch wird frisch am Hof verkauft oder zu Topfen und Joghurt verarbeitet.

Kühe beim Fressen
Nach dem Melken freuen sich die Kühe auf das frische Futter.

Melken mit Martin

Früher hatten die meisten Familien am Land einen kleinen Bauernhof. Und die meisten zumindest eine oder mehrere Kühe. Und damit konnten auch viele melken. Heute ist das anders. Es gibt nur mehr wenige Milchviehbetriebe und damit sind auch die Melkerfahrungen weniger geworden. Dabei haben Viele den Wunsch, einmal eine Kuh zu melken und bei der Stallarbeit dabei zu sein.

Du auch? Wir geben dir die Möglichkeit dazu!

Begleite Martin bei der täglichen Stallarbeit und melke deine erste eigene Kuhmilch.

Alle Info dazu findest du hier!

Nachbarkinder
Von klein bis groß waren Viele bereits beim Melken dabei.